Geschichte

Geschichte des Flugplatzes:

1913-1933

Im Jahre 1913 wurde der bislang nur als Exerzierplatz bekannte Platz des Leinawaldes eingeweiht. Der nun offizielle Flugstützpunkt oder Fliegerstation Nobitz diente vor dieser Zeit als Austragungs- und Veranstaltungsort für Flugtage oder als Unterbringung und Stationierung Leipziger Flugzeugfabriken.

Mit Verlegung der Fliegerersatzabteilung nach Altenburg wurde im Jahre 1916 begonnen das Gelände herzurichten. Hierfür wurde neben der Abholzung und Planierung einer Fläche von 110 Hektar, eine Kläranlage geschaffen, eine Straße nach Klausa gebaut und Baracken und Flughallen errichtet. Die 800 x 600 Meter große Grasfläche diente als Landebahn. Nach und nach wurden Flugzeuge vom Typ DFW, Rumpler, Fokker und Albatros im neu errichteten Werftgebäude zusammengebaut. Des Weiteren siedelte sich eine Fliegerschule an.

Mit Beendigung des ersten Weltkrieges wurden alle Hallen, Fluggeräte, sowie sämtliche Ausrüstung auf Befehl der Alliierten abgebaut und zerstört. Daraus resultierend fanden in den Folgejahren nur noch Rundflüge, Ballonfahrten und Luftsportveranstaltungen statt.

1933-45

Nachdem die Nationalsozialisten 1933 an die Macht gekommen waren, wurde die zunächst noch geheime Luftwaffe, im Zuge der Wehrmachtsaufrüstung, aufgebaut. Erst mit dem Befehl von Göring im Jahre 1936 begann der “offizielle” Teil der schon 1933 vorliegenden Bebauungspläne, die vorher unter dem Decknamen Alpendohle geführt wurde, die Fliegerhorstkommandantur neu aufzustellen und zu erweitern.  Es entstanden Start- und Landebahnen, Unterkünfte für Mannschaften und Offiziere, Werftanlagen, sieben Flugzeughallen, Tankanlagen, Kontroll- und Ausbildungsgebäude, Prüfstände Funk-, Mess- und Wetterstation, Casino und Sozialgebäude. Der komplette Ausbau wurde offiziell von 1936-1945 betrieben. In den letzten Jahren wurde zudem die Ausbildung der Flugzeugbauer durchgeführt, bei welcher auch eine Segelflugschule inkludiert war. Am 14. April 1945 besetzte General Grow die Stadt Altenburg mit der sechsten US-Panzerdivision. Eine Untereinheit (69th Tank Battalion) dessen unter der Befehlsgewalt von Commander Lagrew erreichte den Flugplatz, welcher durch das 825th EAB (Engineer Aviation Battalion; Flugplatzbaubataillon) wieder soweit nutzbar gemacht wurde, dass schon am 16. April die United Stades Army Air Forces den Flugplatz unter dem Namen Flugplatz-Code-R-23 verwendeten.

Nachkriegszeit

Nach Beendigung des Krieges besetzte die Rote Armee den Flugplatz bis 1992. Es begann ein wiederum neuer Wandel des Platzes, da nun das gesamte Kriegsmaterial der deutschen Wehrmacht vernichtet wurde, bis auf zwei Hallen alle demontiert und in die Sowjetunion verfrachtet wurden. In den ersten Jahren bis 1952 wurde der Platz mit Jak-9-Jägern (bis 1949) und mit Li-2 besetzt. Ab dem Jahr 1952 begann eine neue Ausbauphase des Flugplatzes. Der Platz diente als Stützpunkt für stahlgetriebene Jagdfliegerkräfte. Der Flugplatz ist im Norden erweitert worden, wobei die deutschen Gebäude nicht abgerissen, sondern in die Infrastruktur integriert wurden. In Richtung der Ortschaft Nobitz wurden Sichtblenden aus Holz aufgestellt, da die Start- und Landebahn in nordöstlicher Richtung  auf 1.800 Meter verlängert worden war. Zudem wurden neue Bunker und Baracken, Hangars und leichte Splitterschutzdeckungen sowie Flakstellungen auf dem zuvor abgeholzten Waldgebiet errichtet. Viele Fahrzeughallen und eine weitläufige Kasernenanlage entstanden im angrenzenden Leinawald. Ab 1954 wurde die MiG -Serie dort stationiert, welche immer durch ihre Nachfolgermodelle abgelöst wurden (MiG -17, MiG -19, MiG -21 und schließlich MiG -27). Eine zweite Ausbauphase begann in den 1960er-Jahren. Zuerst wurde die Startbahn auf 2.300 Meter (1960) und dann auf 2.500 Meter (1969) verlängert. Eine befestigte Vorstartlinie wurde angelegt, drei Fanganlagen aufgestellt, Flak-Raketen vom Typ 2K11 Krug stationiert – später durch Buk M1 ersetzt – eine neue Leitzentrale errichtet, und eine Schule für Offizierskinder gebaut, sowie geschlossene Bogendeckungen errichtet. Zwischenzeitlich wurde der Flugplatz auch von verbündeten Staaten mitgenutzt, wie von Polen und der ČSSR. Zudem waren auch Jagdgeschwader der NVA zeitweise von 1967 und 1973 in Altenburg ansässig.

1970-1990

Eine dritte Ausbauphase mit der Erstellung von Hubschrauberlandeplätzen, wurde in den 1970er Jahren ausgeführt. Die Hubschrauberstaffel der selbstständigen Feuerunterstützung hatte von 1982-1988 dort ihren Standort. Eine allgemeine Sanierung der Flugbetriebsflächen erfolgte 1981/82, eine Unterflur-Tankanlage rüstete nun die erneuerte Vorstartlinie aus und neue Wohngebäude entstanden. Die MiG-23BN des Jagdbombenfliegergeschwaders 37 waren 1986 in Altenburg stationiert. Ab 1989 bezog das mit MiG-29 ausgerüstete 968. IAP (Jagdfliegerregiment) den Platz. Der letzte Flug der MiG-29 fand am 8. April 1992 statt, ehe am 15. Juni die Übergabe an die deutschen Behörden stattfand. Vorher ist ein letzter Materialverbindungsflug nach Russland einer Il-76 (April 1992) gestartet.

1992 bis heute

Der damalige Regionalflugplatz wurde am 24. Januar 1992 gegründet als Flugplatz Altenburg-Nobitz GmbH. Die flugtechnischen Anlagen wurden durch einen neuen Tower und ein neues Abfertigungsgebäude ausgebaut. Air Malta startete 1996 den ersten Charterflug der Gesellschaft. Ein kurzes Gastspiel auf dem Gelände des Flughafens Altenburg hatte die Frachtfluggesellschaft Air Omega, die zwei Flugzeuge vom Typ Embraer EMB 120 dort stationierte, jedoch 2003 wieder Konkurs ging. Hingegen der Bemühungen Linienflüge von Altenburg-Nobitz bis zum Ende der 1990er-Jahre einzurichten, starteten bis 2003 nur Charterflüge (Mallorca, Griechenland, etc.), ehe es dann mit der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair den ersten Linienflug in Altenburg gab (tägliche Linienflüge nach London-Stansted). Außerdem wurden 2003 alle vierzehn Tage Charterflüge nach Bratislava mit Sky Europe angeboten. Ende 2004 kam es zu einer politischen Einflussnahme auf den Flugverkehr, da aufgrund zu hoher Bäume in der Einflugschneise, die jedoch auf sächsischer Seite in einem Naturschutzgebiet standen und daher nicht gefällt werden durften, der Flugverkehr nach Erfurt umgeleitet werden musste. Demonstrationen und eine Unterschriften-Aktion der Mitarbeiter des Flugplatzes sollten Druck auf die Politik ausüben, den Flugverkehr sicherzustellen. Im Januar 2005 wurde eine erneute Messung durchgeführt, die feststellte, dass die Bäume auf Thüringer Seite stehen und somit gefällt wurden, so dass der Flugplatz ab dem 11. Januar wieder für Großflugzeuge freigegeben wurde. Unnötige Kosten, die durch die vermeidbare Sperrung entstanden sind, wurden im Schwarzbuch 2005 vom Bund der Steuerzahler aufgelistet.

Das Flughafenmuseum öffnete im März 2005 seine Türen. Ryanair flog seine Gäste vom 1. März 2007 bis Oktober 2010 nach Girona, welches 75 Kilometer entfernt der katalanischen Hauptstadt Barcelona liegt. Zudem stellte Ryanair noch eine kurzweilige Verbindung zur schottischen Stadt Edinburgh her, die jedoch nach dem Sommerflugplan 2009 nach nur einem halben Jahr wieder eingestellt worden ist.

Ein juristischer Streit ist entstanden, als im Jahr 2008 der Flughafen zur besseren Vermarktung von Leipzig-Altenburg Airport in Altenburg (Leipzig) umbenannt worden ist, jedoch der Flughafen Leipzig/Halle seine Rechte darin verletzt sah und eine einstweilige Verfügung erwirkte, die die Verwendung des neuen Namens untersagte, welche aber nach einigen Monaten aufgehoben wurde und die Berufung des Flughafens Leipzig/Halle dann im November 2008 zurückgezogen wurde.

Eine weitere Landebahnerweiterung um 200 Meter von 2.235 auf 2.435 Meter, nachdem zuvor ein stillgelegtes Stück der Startbahn saniert wurde. Im Herbst 2009 begannen zudem Bauarbeiten für einen Terminalanbau, der eine Größe von 640 m² hatte und im April 2010 in Betrieb ging. Das Ende der Linienflüge von Ryanair war am 26. März 2011 gekommen, als die irische Firma ihre Flüge aus dem mitteldeutschem Raum von Magdeburg-Cochstedt verlegte, da die Buchungszahlen trotz gesteigertem Marketingaufwand nicht zufriedenstellend waren.

Ein 600 m² großer Hangar wurde 2012 von Classicflug auf dem Gelände errichtet und beherbergt flugfähige, aber historische Flugzeuge wie beispielsweise eine Focke-Wulf Fw 44.